Das sagen unsere Mitglieder

Bayerischer Bauernverband – Kreisverband Kelheim

Das geplante Gebiet des Nationalparks entlang der Donau ist nur sehr schmal ist (zum Teil nur wenige hundert Meter). Daher ist davon auszugehen, dass Randflächen im geplanten NP nicht bewirtschaftet werden. Das hat negative Auswirkungen auf die angrenzenden Bewirtschaftungsflächen der Land- und Forstwirte, da eine Pufferzone auf dem staatseigenem Gebiet der np3-Gebietskulisse nicht möglich ist.

Private Eigentumsflächen, sowohl in den Donauauen und den Waldgebieten östlich von Kelheim, sind in der Gebietskulisse des np3 mit einbezogen.

Private Bewirtschaftungsflächen im Bereich der Überschwemmungsgebiete im Donauvorland und der „frei fließenden Donau“ zwischen Neustadt a. d. Donau und Kelheim werden nach Hochwasser durch angeschwemmte Bäume, Äste und Treibgut belastet. Diese stammen bei einer Ausweisung des Nationalparks aus nicht mehr vom Freistaat Bayern bewirtschafteten Auenwäldern. Entstehen durch das Treibgut Schäden an Maschinen und Fahrzeugen sind gegenüber dem Freistaat Bayern keine Ansprüche auf Schadensersatz durchsetzbar.

Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen sind auf Flächen entlang von Biotopflächen bereits jetzt extrem eingeschränkt. Zusätzliche Einschränkungen durch Nationalparkverordnung sind nicht auszuschließen.

Das Jagdrecht auf den Eigentumsflächen wird in Gemeinschaftsjagdrevieren der Grundstückseigentümer eigenverantwortlich ausgeübt. Keine Bejagung der np3-Flächen hingegen führt zu erheblichen Jagdwertminderungen und erhöhten Flurschäden durch Schwarzwild auf den angrenzenden Flächen. Im Hinblick auf die nahende Afrikanische Schweinepest wäre eine Einschränkung der Bejagung von Schwarzwild fatal.

Die Ausweisung des Nationalparks erfolgt per Gesetz durch den bayerischen Landtag. Wir bemängeln hier ganz klar das fehlende Mitspracherecht und die fehlende Ausgestaltungsmöglichkeit der betroffenen Grundstückseigentümer.

https://www.bayerischerbauernverband.de/abensberg/team

Kanuclub Kelheim e.V.

Der Kanu-Club Kelheim ist ein in Kelheim stark verwurzelter Sportverein mit mehr als 750 Mitgliedern, der bereits seit über 50 Jahren den Kanusport hier auf der Donau in einer naturverträglichen Weise betreibt.

Was macht der KCK?

Der Kanusport ist ein Breitensport, den sowohl junge als auch Menschen bis ins hohe Alter und Familien ausüben können. Das Spektrum unserer Mitglieder, Familien, Jugendliche und auch älterer Menschen untermauert diese Besonderheit des Kanusports.

Der Verein betreibt Sport auf hohem Niveau, Leistungssportler wie unsere 3. Juniorenweltmeisterin im Abfahrtsrennsport und unsere Kanupolo-Mannschaft belegen dies eindrucksvoll.

Das Engagement des Vereins im sportlichen, sozialen und Umweltbereich zeigt sich durch vielerlei Aktivitäten, wie den jährlich angebotenen Schulungen zum Kanufahren "Anfängertraining", gemeinsamen Sportveranstaltungen mit Jugendlichen anderer Vereine (Biathlon, Kanupolo), Aktionen zur Abfallbeseitigung entlang der Weltenburger Enge zusammen mit örtlichen Naturschutzverbänden und weiteren Veranstaltungen zusammen mit der Stadt Kelheim.

Wo sieht der KCK Probleme durch den neuen Nationalpark?

Derzeit befinden wir uns in der Bauphase für ein neues Bootshaus im Donaupark in unmittelbarer Nachbarschaft zum Landratsamt des Landkreises Kelheim. Dieser Bau wurde notwendig, um den Anforderungen eines modernen Vereins auch gerecht zu werden. Die Stadt Kelheim und der Bayerische Kanu-Verband haben uns dabei sehr unterstützt. Trotzdem musste der Verein dafür auch Kredite beanspruchen, die nur zurückbezahlt werden können, wenn wir auch weiterhin ein großer und mitgliederstarker Verein sind. Zusätzliche Regelungen, die uns in der Ausübung des Kanusports hier auf der Donau einschränken, bedeuten das "Aus" für den Verein und bergen die Gefahr einer hohen finanziellen Belastung für die Mitglieder.

Ein Nationalpark würde nach unserer Vorstellung durch eine massive Zunahme des Tourismus in der Region nachteilige Auswirkungen auf unsere schöne Weltenburger Enge haben, deren Schutzstatus auf höchstem Niveau ja bereits besteht.

www.kanu-club-kelheim.de

Kreisfischereiverein Kelheim e.V.

Die Errichtung des NP3 käme einer Enteignung gleich, da auf lange Sicht gleich drei Gewässer nicht mehr befischbar wären.

Negative Auswirkungen auf den Fischbestand: Durch die unkontrollierte Zunahme von Waller, Schwarzmundgrundeln, Komoran, Gänsesäger und Fischotter würde der Fischbestand einbrechen.

Die Verbesserung der Wasserqualität durch einen verringerten Sediment- und Nährstoffeintrag aus den Zuflüssen wäre aus Sicht des KfV begrüßenswert. Diese Maßnahme könnte aber für geplanten Besatz und die Hege der Fischbestände wegen der zu erwartenden Verbote in einem Nationalpark nicht genutzt werden.

www.kfv-kelheim.de

Kreisjagdverband Kelheim e.V.

Der Kreisjagdverband Kelheim setzt sich für eine artenreiche und gesunde freilebende Tierwelt ein. Wir bewahren Ihre Lebensräume und sorgen dafür, dass viele Menschen Natur und Wildtiere erleben können. Daher ist auch unser Dachverband, der Bayerische Jagdverband e.V. ein anerkannter Naturschutzverein. Die Ausweisung eines dritten Nationalparks an der Donau im Raum Kelheim sehen wir trotzdem aus mehreren Gründen kritisch.

Zum einen erwarten wir eine deutliche Zunahme des Schwarzwildbestands. Unsere Erwartungen stützen sich dabei auf Erfahrungen aus dem Naturpark der Heinz-Sielmann Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern. Aufgrund eines reichhaltigen Nahrungsangebots, welches im Raum Kelheim durch die üppigen Buchen- und Eichenwälder gegeben ist, können sich Schwarzwildbestände von bisher unbekannter Größe aufbauen. Aus diesem Grund ist in den angrenzenden Jagdrevieren mit verstärkten Wildschäden zu rechnen, die die jeweiligen Revierpächter dann kompensieren müssen.

Es kann nicht Sinne des Naturschutzes sein, die Problematik bei der Jagdausübung auf Schwarzwild weiter zu verschärfen. Jedoch würde die Jagd durch die starke Vermehrung des Schwarzwildes und die Ausweisung des Nationalparks vor weitere Herausforderungen gestellt:

Da im Nationalpark die Jagd anderen Zielen folgt wie in den umliegenden Jagdrevieren, wird eine gemeinsame Abschlussplanung und ein Gesamtkonzept der Jagd für den Raum Kelheim unmöglich (z.B. keine gemeinsame Arbeit im Arbeitskreis Schwarzwild). Gerade für die Jagd auf Schwarzwild ist jedoch eine gute, auf gemeinsamen Zielen basierende Zusammenarbeit der angrenzenden Reviere unerlässlich. Diese ist auch im Hinblick auf die mögliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest von zentraler Bedeutung!

Im Nationalpark Bayerischer Wald werden zur Kompensation der starken Vermehrung von Schwarzwild u.a. sog. Saufänge eingesetzt. Wir lehnen diese Jagdmethode ab, da sie aus unserer Sicht ethisch nicht vertretbar ist und nicht unseren Grundsätzen einer waidgerechten Jagdausübung entspricht.

Durch eine weitere Zunahme der Schwarzwildbestände und der daraus entstehenden wirtschaftlichen Schäden ist es möglich, dass Jagdreviere nicht mehr verpachtet werden können. Die Leidtragenden wären hierbei die Jagdgenossenschaften und damit die betroffenen Grundstückseigentümer.

Zum anderen befürchten wir eine fortschreitende Erweiterung des Nationalparks auf den Ludwigshain und in Richtung Riedenburg, da die Flächen unmittelbar an der Donau für die Ausweisung des Nationalparks kaum ausreichen. Die dort vorkommenden Wälder sind Hangwälder und gründen auf mageren Kalkstandorten. Mit dem versprochenen Auen-Charakter des Nationalparks hat das nichts zu tun!

https://www.jagd-kelheim.de/

Waldbesitzervereinigung Kelheim-Thaldorf w.W.

Die Waldbesitzervereinigung Kelheim-Thaldorf w.V. ist ein Zusammenschluss von ca. 1.500 Waldbesitzern aus dem mittleren und nördlichen Landkreis Kelheim. Die WBV ist ein wirtschaftlicher Verein und umfasst eine Mitgliedsfläche von ca. 10.000 ha Wald. Die Hauptaufgaben der WBV sind die Unterstützung der Waldbesitzer bei der Vermarktung von Holzprodukten, die waldbauliche Beratung und die Vertretung in allen grundsätzlichen Fragen der Waldwirtschaft.

Die privaten Waldbesitzer der WBV Kelheim bekennen sich zu dem Prinzip des integrativen Naturschutzes. Das bedeutet, dass unsere Mitglieder den Naturschutz bereits bei der Bewirtschaftung der gesamten Waldfläche berücksichtigen, und ihr Handeln auch auf den Erhalt und die Bewahrung der Natur ausrichten. Dazu belassen wir Totholz im Wald und sorgen für den Aufbau artenreicher und stabiler Mischwaldbestände.

Waldbau ist eine Generationenaufgabe. Nachhaltigkeit ist für uns daher kein Schlagwort, sondern integraler Bestandteil unseres Handelns.

Der Schutz unserer Natur durch das Konzept Nationalpark bedeutet einen vollständigen Nutzungsverzicht. Dadurch werden die durchdachte und nachhaltige Nutzung der regionalen Ressourcen sowie die damit einhergehende Wertschöpfung eingeschränkt. Der zunehmende Nutzungsverzicht in unseren Wäldern führt leider dazu, dass Holz aus Ländern importiert wird, die z.T. Raubbau an der Natur betreiben.

Wir sehen im geplanten Nationalpark an der Donau eine Bedrohung des Privatwaldes, da wir eine Massenvermehrung und Ausbreitung von Forstschädlingen befürchten. Werden Forstschädlinge im geplanten Nationalpark nicht an einer unkontrollierten Ausbreitung gehindert, sind in den angrenzenden Privatwäldern massive Schäden vorprogrammiert. Der über Generationen aufgebaute Wert der angrenzenden Wälder wäre somit einer anhaltenden Gefahr ausgesetzt.

http://www.wbv-kelheim-thaldorf.de/

Vereinigte Schiffahrtsunternehmen Kelheim GbR

Seit 1924 sind die Kelheimer Schifffahrtsunternehmen mit motorbetriebenen Fahrgastschiffen auf der Donau zwischen Kelheim und Kloster Weltenburg im Einsatz. Die Flotte wird ständig erneuert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Allein in den letzten drei Jahren wurden rund 6 Mio. Euro investiert und weitere Investitionen sind geplant. Dazu benötigen die Schifffahrtsunternehmen jedoch Planungssicherheit und zwar nicht nur mittelfristig, sondern langfristig auch für die nächsten Generationen.

Folgende Bedenken haben die Unternehmen

Die Gebietskulisse reicht derzeit bis zur Maximiliansbrücke. D.h. alle Anlegestellen liegen im np3. Sind dann noch Abendveranstaltungen und ganzjähriger Betrieb möglich? Welche Einschränkungen sind zu erwarten?

Ministerin Scharf spricht von einem pauschalen Bestandsschutz. Mit welchen Auflagen ist der Bestandsschutz verbunden? Wird der Status quo übernommen? Wie lange ist der Bestandsschutz gültig? 10 Jahre, 20 Jahre oder unbefristet?

In den letzten 30 Jahren haben die Schifffahrtsunternehmen erhebliche Einschränkungen hingenommen wie z.B. keine Fahrten von Dezember bis Ende März; keine Nachtfahrten, Reduzierung der Gesamtfahrten, Begrenzung durch den Pegel usw. Folgen weitere Einschränkungen?

Es wird ein „Tourismus Boom“ vorhergesagt. Wie soll dieser Boom in Kelheim verarbeitet werden? Die Schiffe sind an Spitzentagen bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze, ebenso die Weltenburger Klosterbetriebe. Ist es angedacht, die Saison zu verlängern und die Weltenburger Enge auch in den Monaten Dezember bis März touristisch zu beleben? Dann wären die bisherigen Schutzmaßnahmen völlig umsonst gewesen.

Ist im Falle der Errichtung eines np3 auch ein Umgriff am Donauvorland, Wöhrdplatz und Wittelsbacher Schloß geplant? Wenn ja, welche Auswirkungen hat das a) auf den laufenden Betrieb der Personenschifffahrt und b) auf die künftige Lage der Abfahrstellen, Parkplätze und Schiffskassen?

Derzeit werden die Schifffahrtsgenehmigungen von der Regierung von Niederbayern ausgestellt, Aufsichtsbehörde ist das Landratsamt Kelheim. Bleibt das auch im Falle eines np3 so, oder ist die Nationalparkverwaltung oder der Nationalparkrat zuständig?

http://www.schiffahrt-kelheim.de/

Zillenfahrer an der Donau

Die Zillenfahrten im Übersetzverkehr am Kloster Weltenburg sowie die Durchfahrten durch den Donaudurchbruch bieten eine Möglichkeit des Naturerlebens seit über 100 Jahren.

Wir befürchten, dass Betretungs- u. Befahrungsgebote die ein Nationalpark mit sich bringt, diese Tradition des Naturerlebens stark einschränken wird und dies dem Tourismus eher schadet.

Umgestaltungsmaßnahmen in diesem Flussbereich werden sich auf das Strömungsverhalten des Flusses auswirken und die damit verbundenen Kiesverfrachtungen verschlechtern die Aus- u. Zustiegsmöglichkeiten für die Zillenfahrten. Die Anlandungsbedingungen werden schwieriger.

Der Teilabschnitt Weltenburger Enge bis Kelheim sind keine Donauauen sondern ein Flusstal mit besonderer Schönheit der für viele Erholungs- und Freizeitaktivitäten rege genutzt wird. Hier befürchten wir strake Einschränkungen zum Nachteil der Bevölkerung.

Die Nutzung  wird dann fremdbestimmt sein. Das jetzige Landschaftsbild geprägt von Jurakalkfelsformationen mit herrlichem Mischwald ist einmalig und dafür auch bekannt und beliebt. Eine Verurwaldung bringt in diesem Punkt keine Vorteile.

Die überwiegende Mehrheit der Gäste bestätigt uns diesen wunderbaren Zustand dieses Flussabschnittes. Die hier vorhandene intakte Natur beweist doch, dass man in diesem Bereich bisher verantwortungsvoll und erfolgreich gehandelt hat. Warum sollte man dann hier etwas ändern? Es gibt in diesem Punkt keinen Handlungsbedarf.

Nur etwas zu ändern um den Änderungswillen zu befriedigen macht keinen Sinn. Wir sehen uns hier eher als Bauernopfer, da alle anderen Planungen bereits gescheitert sind. Es gibt hier sicher sinnvollere Projekte um Geld auszugeben.

https://www.kelheim.de/poi/zillenfahrten_auf_der_donau-1584/

Zitate

Ariane Braun

"Ich gehe gerne an der Donau spazieren, gehe gerne in den Sommermonaten an der Donau baden und weil ich das so liebe, möchte ich das nicht verlieren!"

Bob Aumer

"Auch wir sind ein Teil der Natur und wollen uns nicht aussperren lassen."